Montag 12. April 2004, 12:22 Uhr
Colombo (AP) Die srilankische Praesidentin Chandrika Kumaratunga will trotz des Konfliktes zwischen den verfeindeten Rebellen des Landes an den Friedensgesprächen festhalten. Sie werde die Verhandlungen nach der konstituierenden Sitzung des Parlaments wieder aufnehmen, sagte Kumaratunga in einem Telefongespraech mit US-Außenminister Colin Powell, wie ihr Berater am Montag erklaerte. Powell hatte die Präsidentin angerufen, um ihr zum Wahlsieg ihrer Partei am 2. April zu gratulieren. Das Parlament soll am 22. April erstmals zusammentreten.
Kumaratunga habe Powell außerdem gesagt, die Regierung werde sich nicht in die Gefechte zwischen den verfeindeten Rebellengruppen hineinziehen lassen, hieß es weiter. In dem Konflikt hatten die Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) am Sonntag einen Sieg über einen abtrünnigen Kommandeur gemeldet. LTTE-Kaempfer hätten die Anhänger von Vinayagamoorthy Muralitharan aus strategisch wichtigen Gebieten vertrieben, hieß es auf einer Internetseite der LTTE.
Die Gefechte zwischen den Rebellengruppen kosteten seit Freitag mindestens 33 Menschen das Leben. Zehntausende Menschen sind bereits vor den Kämpfen geflohen. Die Streitkräfte betonten, sie wollten die seit zwei Jahren gueltige Waffenruhe mit den Rebellen weiter einhalten.
Muralitharan hatte sich Anfang Maerz von der LTTE-Fuehrung losgesagt, 6.000 der insgesamt 15.000 LTTE-Kaempfer folgten ihm. Die LTTE kaempft für eine weitgehende Autonomie einer überwiegend von Tamilen bewohnten Region im Norden und Osten Sri Lankas. Nach 19 Jahren Buergerkrieg, dem rund 65.000 Menschen zum Opfer fielen, schlossen die Rebellen im Februar 2002 einen Waffenstillstand mit der Regierung.
Quelle - yahoo News
12 April 2004
11 April 2004
Befreiungstiger vermelden Sieg ueber Abtrünnige
Die Gefechte zwischen den Rebellengruppen in Sri Lanka kosteten seit Freitag mindestens 33 Menschen das Leben
Kujawatte/Sri Lanka - Im Konflikt zwischen den verfeindeten Rebellen in Sri Lanka haben die Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) am Sonntag einen Sieg über einen abtrünnigen Kommandeur gemeldet. LTTE-Kämpfer hätten die Anhänger von Vinayagamoorthy Muralitharan aus strategisch wichtigen Gebieten vertrieben, hieß es auf einer Internetseite der LTTE. Die LTTE will den Zivilpersonen aus der Region erlauben, zu den buddhistischen und hinduistischen Neujahrsfeiern in ihre Häuser zurückzukehren.
Die Gefechte zwischen den Rebellengruppen kosteten seit Freitag mindestens 33 Menschen das Leben. Zehntausende Menschen sind bereits vor den Kämpfen geflohen. Die Streitkräfte betonten, sie wollten die seit zwei Jahren gültige Waffenruhe mit den Rebellen weiter einhalten.
Muralitharan hatte sich Anfang März von der LTTE-Führung losgesagt, 6.000 der insgesamt 15.000 LTTE-Kämpfer folgten ihm. Die LTTE kämpft für eine weitgehende Autonomie einer überwiegend von Tamilen bewohnten Region im Norden und Osten Sri Lankas. Nach 19 Jahren Bürgerkrieg, dem rund 65.000 Menschen zum Opfer fielen, schlossen die Rebellen im Februar 2002 einen Waffenstillstand mit der Regierung.
quelle - Die Welt - 11.4.2004
Kujawatte/Sri Lanka - Im Konflikt zwischen den verfeindeten Rebellen in Sri Lanka haben die Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) am Sonntag einen Sieg über einen abtrünnigen Kommandeur gemeldet. LTTE-Kämpfer hätten die Anhänger von Vinayagamoorthy Muralitharan aus strategisch wichtigen Gebieten vertrieben, hieß es auf einer Internetseite der LTTE. Die LTTE will den Zivilpersonen aus der Region erlauben, zu den buddhistischen und hinduistischen Neujahrsfeiern in ihre Häuser zurückzukehren.
Die Gefechte zwischen den Rebellengruppen kosteten seit Freitag mindestens 33 Menschen das Leben. Zehntausende Menschen sind bereits vor den Kämpfen geflohen. Die Streitkräfte betonten, sie wollten die seit zwei Jahren gültige Waffenruhe mit den Rebellen weiter einhalten.
Muralitharan hatte sich Anfang März von der LTTE-Führung losgesagt, 6.000 der insgesamt 15.000 LTTE-Kämpfer folgten ihm. Die LTTE kämpft für eine weitgehende Autonomie einer überwiegend von Tamilen bewohnten Region im Norden und Osten Sri Lankas. Nach 19 Jahren Bürgerkrieg, dem rund 65.000 Menschen zum Opfer fielen, schlossen die Rebellen im Februar 2002 einen Waffenstillstand mit der Regierung.
quelle - Die Welt - 11.4.2004
10 April 2004
Fronten zwischen Rebellengruppen in Sri Lanka verhärten sich
Im gewaltsamen Konflikt zwischen den Fraktionen der tamilischen Rebellenbewegung in Sri Lanka verhärten sich die Fronten. Die Regierung konstatiert zunehmende Verstöße gegen das Waffenstillstandsabkommen.
Nach Vormärschen der Hauptgruppe der Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) auf Territorium im Osten der Insel Ceylon, das vom abtrünnigen Kommandeur Vinayagamoorthy Muralitharan kontrolliert wird, formierte dieser offenbar die Abwehr um seinen Stützpunkt in Thoppigala neu.
Muralitharan, genannt Karuna, habe 2000 seiner 6000 Kämpfer zur Verteidigung seines Sitzes zusammengezogen, berichtete ein Militärsprecher am Samstag. Um nach Thoppigala zu gelangen, müssten die Rebellen der Hauptfraktion durch von den Regierungstruppen gehaltenes Gebiet gelangen - was als Bruch der zwischen Regierung und LTTE vereinbarten Waffenruhe gelten würde. Jeder Versuch der Rebellen, Waffen durch die Region zu transportieren, könnte eine militärische Reaktion nach sich ziehen, warnte der Sprecher der Streitkräfte.
Das Verteidigungsministerium in Colombo wertete am Samstag bereits die LTTE-Offensive als Verstoß gegen das Abkommen. Bei Gefechten zwischen den Rebellenfraktionen waren am Freitag mindestens zehn Menschen getötet worden. Ein Sprecher von Rebellenkommandeur Muralitharan sagte, 300 Kämpfer seien von der Hauptfraktion gefangen genommen worden.
19 Jahre Bürgerkrieg
Muralitharan hatte sich Anfang März von der LTTE-Führung losgesagt, 6000 der insgesamt 15.000 LTTE-Kämpfer folgten ihm. Die LTTE kämpft für eine weitgehende Autonomie einer überwiegend von Tamilen bewohnten Region im Norden und Osten Sri Lankas. Nach 19 Jahren Bürgerkrieg, dem rund 65.000 Menschen zum Opfer fielen, schlossen die Rebellen im Februar 2002 einen Waffenstillstand mit der Regierung.
quelle - Financial Times - Germany - 10.4.2004
Nach Vormärschen der Hauptgruppe der Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) auf Territorium im Osten der Insel Ceylon, das vom abtrünnigen Kommandeur Vinayagamoorthy Muralitharan kontrolliert wird, formierte dieser offenbar die Abwehr um seinen Stützpunkt in Thoppigala neu.
Muralitharan, genannt Karuna, habe 2000 seiner 6000 Kämpfer zur Verteidigung seines Sitzes zusammengezogen, berichtete ein Militärsprecher am Samstag. Um nach Thoppigala zu gelangen, müssten die Rebellen der Hauptfraktion durch von den Regierungstruppen gehaltenes Gebiet gelangen - was als Bruch der zwischen Regierung und LTTE vereinbarten Waffenruhe gelten würde. Jeder Versuch der Rebellen, Waffen durch die Region zu transportieren, könnte eine militärische Reaktion nach sich ziehen, warnte der Sprecher der Streitkräfte.
Das Verteidigungsministerium in Colombo wertete am Samstag bereits die LTTE-Offensive als Verstoß gegen das Abkommen. Bei Gefechten zwischen den Rebellenfraktionen waren am Freitag mindestens zehn Menschen getötet worden. Ein Sprecher von Rebellenkommandeur Muralitharan sagte, 300 Kämpfer seien von der Hauptfraktion gefangen genommen worden.
19 Jahre Bürgerkrieg
Muralitharan hatte sich Anfang März von der LTTE-Führung losgesagt, 6000 der insgesamt 15.000 LTTE-Kämpfer folgten ihm. Die LTTE kämpft für eine weitgehende Autonomie einer überwiegend von Tamilen bewohnten Region im Norden und Osten Sri Lankas. Nach 19 Jahren Bürgerkrieg, dem rund 65.000 Menschen zum Opfer fielen, schlossen die Rebellen im Februar 2002 einen Waffenstillstand mit der Regierung.
quelle - Financial Times - Germany - 10.4.2004
Kaempfe in Sri Lanka - Elf Tote
Kurz nach der Parlamentswahl in Sri Lanka sind zwischen zwei Fraktionen der Tamilen-Rebellen schwere Gefechte mit mindestens elf Toten ausgebrochen. Es sind die heftigsten Kämpfe seit Beginn der Waffenruhe zwischen Regierung und Rebellen vor zwei Jahren.
Aus Kreisen der »Befreiungstiger von Tamil Eelam« (LTTE) hieß es, am Freitag seien 500 Rebellen aus dem Norden in den Osten der Insel vorgedrungen. Mit der Offensive versucht die LTTE-Führung, die Region eines abtrünnigen Kommandeurs wieder unter ihre Kontrolle zu bringen.
Die sri lankische Armee wurde am Freitag in Alarmbereitschaft versetzt.
Die LTTE kämpfte 20 Jahre lang für einen eigenen Staat für die tamilische Minderheit und fordert nun größtmögliche Autonomie.
quelle - netecho.info - 10.4.04
Aus Kreisen der »Befreiungstiger von Tamil Eelam« (LTTE) hieß es, am Freitag seien 500 Rebellen aus dem Norden in den Osten der Insel vorgedrungen. Mit der Offensive versucht die LTTE-Führung, die Region eines abtrünnigen Kommandeurs wieder unter ihre Kontrolle zu bringen.
Die sri lankische Armee wurde am Freitag in Alarmbereitschaft versetzt.
Die LTTE kämpfte 20 Jahre lang für einen eigenen Staat für die tamilische Minderheit und fordert nun größtmögliche Autonomie.
quelle - netecho.info - 10.4.04
Neue Kaempfe zwischen Tamilen auf Sri Lanka
HB BERLIN. Um ihrer Forderung nach Autonomie für die von Tamilen bewohnten Provinzen in Sri Lanka Nachdruck zu verleihen, setzt die tamilische Rebellenorganisation Tamil Eelam (LTTE) offenbar nicht mehr auf eine politische Lösung. Die Nachrichtenagentur AFP meldet zumindest neue Kämpfe zwischen verfeindeten tamilischen Rebellengruppen.
Laut Armeeangaben sollen dabei mindestens 22 Menschen getötet worden sein. Es handelte sich den Angaben nach um die ersten Kämpfe in Sri Lanka seit dem Waffenstillstand vom Februar 2002.
Wie ein Sprecher des Roten Kreuzes mitteilte, sind Tausende vor den Gefechten auf der Flucht. Zivilisten hätten in Schulen und anderen öffentlichen Gebäuden Zuflucht gesucht. Armee- und Sicherheitskräfte wurden landesweit in Alarmbereitschaft versetzt.
Vor rund einem Monat hatte sich der für den Osten der Insel zuständige Rebellenkommandeur von der Führung der LTTE («Befreiungstiger von Tamil Eelam») losgesagt. Diese kämpfen seit 20 Jahren für einen eigenen Tamilen-Staat im Nordosten Sri Lankas.
Die Zerstrittenheit der Tamilen erschwert den ohnehin schleppenden Friedensprozess in Sri Lanka. Präsidentin Chandrika Kumaratunga hatte nach dem Sieg ihrer Partei bei der Parlamentswahl vergangene Woche angekündigt, den Dialog mit den für Unabhängigkeit kämpfenden Rebellen wieder aufzunehmen.
Die LTTE hatte mit neuen Kämpfen gedroht, sollten sie bei Friedensverhandlungen nicht die Autonomie zugesprochen bekommen.
quelle - HANDELSBLATT, Freitag, 09. April 2004, 22:57 Uhr
Laut Armeeangaben sollen dabei mindestens 22 Menschen getötet worden sein. Es handelte sich den Angaben nach um die ersten Kämpfe in Sri Lanka seit dem Waffenstillstand vom Februar 2002.
Wie ein Sprecher des Roten Kreuzes mitteilte, sind Tausende vor den Gefechten auf der Flucht. Zivilisten hätten in Schulen und anderen öffentlichen Gebäuden Zuflucht gesucht. Armee- und Sicherheitskräfte wurden landesweit in Alarmbereitschaft versetzt.
Vor rund einem Monat hatte sich der für den Osten der Insel zuständige Rebellenkommandeur von der Führung der LTTE («Befreiungstiger von Tamil Eelam») losgesagt. Diese kämpfen seit 20 Jahren für einen eigenen Tamilen-Staat im Nordosten Sri Lankas.
Die Zerstrittenheit der Tamilen erschwert den ohnehin schleppenden Friedensprozess in Sri Lanka. Präsidentin Chandrika Kumaratunga hatte nach dem Sieg ihrer Partei bei der Parlamentswahl vergangene Woche angekündigt, den Dialog mit den für Unabhängigkeit kämpfenden Rebellen wieder aufzunehmen.
Die LTTE hatte mit neuen Kämpfen gedroht, sollten sie bei Friedensverhandlungen nicht die Autonomie zugesprochen bekommen.
quelle - HANDELSBLATT, Freitag, 09. April 2004, 22:57 Uhr
Tamilen drohen nach Wahlerfolg der Praesidentin mit Kampf
COLOMBO - Nach dem Wahlsieg der Parteienallianz von Präsidentin Chandrika Kumaratunga in Sri Lanka haben die Tamilen-Rebellen mit einer Wiederaufnahme des bewaffneten Kampfes gedroht.
Sollte sich "das Recht auf tamilische Selbstbestimmung" nicht politisch durchsetzen lassen, würden die Tamilen für ihre Souveränität kämpfen, hiess es in einer verbreiteten Mitteilung der "Befreiungstiger von Tamil Eelam" (LTTE).
Das Land steuert unterdessen auf eine Minderheitsregierung zu. Kumaratungas Vereinte Volksfreiheitsallianz (UPFA) konnte sich mit zwei kleineren Parteien zunächst nicht auf eine Koalition einigen.
Der scheidende Ministerpräsident Ranil Wickramasinghe, dessen Vereinte Nationale Front (UNF) die Wahl verloren hatte, warnte vor Konsequenzen für den Friedensprozess mit den Tamilen-Rebellen.
"Eine Minderheitsregierung kann den Friedensprozess nicht fortsetzen", sagte er. "Man braucht eine stabile Regierung, um mit der LTTE zu verhandeln."
Bei der Parlamentswahl hatte die UPFA von Präsidentin Kumaratunga als stärkste Partei 105 Sitze errungen, die absolute Mehrheit von 113 Sitzen aber verfehlt. Die UNF konnte nur 82 der 225 Sitze erobern.
Die LTTE wertete den Wahlerfolg der von ihr unterstützen tamilischen Nationalallianz (TNA) als "politischen Sieg" für den "Freiheitskampf". Die TNA hatte 22 Sitze gewonnen und war damit drittstärkste Partei geworden.
Die LTTE kämpfte 20 Jahre lang für einen eigenen Staat für die tamilische Minderheit und fordert nun grösstmögliche Autonomie. Der Bürgerkrieg kostete fast 70 000 Menschen das Leben. Derzeit gilt ein von Norwegen vermittelter Waffenstillstand.
In Genf haben unterdessen 5000 Tamilen die internationale Gemeinschaft aufgerufen, sich für die Rechte der Tamilen einzusetzen. Die Internationale Föderation der Tamilen befürchtet, dass die Friedensverhandlungen weiterhin blockiert bleiben.
quelle - tagi.ch - 10.4.2004
Sollte sich "das Recht auf tamilische Selbstbestimmung" nicht politisch durchsetzen lassen, würden die Tamilen für ihre Souveränität kämpfen, hiess es in einer verbreiteten Mitteilung der "Befreiungstiger von Tamil Eelam" (LTTE).
Das Land steuert unterdessen auf eine Minderheitsregierung zu. Kumaratungas Vereinte Volksfreiheitsallianz (UPFA) konnte sich mit zwei kleineren Parteien zunächst nicht auf eine Koalition einigen.
Der scheidende Ministerpräsident Ranil Wickramasinghe, dessen Vereinte Nationale Front (UNF) die Wahl verloren hatte, warnte vor Konsequenzen für den Friedensprozess mit den Tamilen-Rebellen.
"Eine Minderheitsregierung kann den Friedensprozess nicht fortsetzen", sagte er. "Man braucht eine stabile Regierung, um mit der LTTE zu verhandeln."
Bei der Parlamentswahl hatte die UPFA von Präsidentin Kumaratunga als stärkste Partei 105 Sitze errungen, die absolute Mehrheit von 113 Sitzen aber verfehlt. Die UNF konnte nur 82 der 225 Sitze erobern.
Die LTTE wertete den Wahlerfolg der von ihr unterstützen tamilischen Nationalallianz (TNA) als "politischen Sieg" für den "Freiheitskampf". Die TNA hatte 22 Sitze gewonnen und war damit drittstärkste Partei geworden.
Die LTTE kämpfte 20 Jahre lang für einen eigenen Staat für die tamilische Minderheit und fordert nun grösstmögliche Autonomie. Der Bürgerkrieg kostete fast 70 000 Menschen das Leben. Derzeit gilt ein von Norwegen vermittelter Waffenstillstand.
In Genf haben unterdessen 5000 Tamilen die internationale Gemeinschaft aufgerufen, sich für die Rechte der Tamilen einzusetzen. Die Internationale Föderation der Tamilen befürchtet, dass die Friedensverhandlungen weiterhin blockiert bleiben.
quelle - tagi.ch - 10.4.2004
Sri Lanka: Ex-Oppositionsführer Rajapakse wird neuer Premier
Fortsetzung des Friedensprozesses mit LTTE soll weiter Priorität haben
Colombo - Der frühere Oppositionsführer Mahinda Rajapakse ist neuer Ministerpräsident Sri Lankas. Zwei Tage nach dem Wahlsieg der Vereinten Volksfreiheitsallianz (UPFA) von Präsidentin Chandrika Kumaratunga wurde der 58-Jährige am Dienstag vereidigt. Rajapakse löst Ranil Wickramasighe als Ministerpräsident ab, dessen Vereinte Nationale Front (UNF) bei den Parlamentswahlen eine herbe Niederlage einstecken musste. Wegen anhaltender Koalitionsverhandlungen wurde Rajapakses Kabinett anders als geplant zunächst nicht vorgestellt.
Geringere Lebenserhaltungskosten
Nach der feierlichen Vereidigung sagte Rajapakse, er werde als erstes die Lebenshaltungskosten senken. "Wir werden auch der Fortsetzung des Friedensprozesses mit der LTTE Priorität geben", betonte er. Nach dem Wahlsieg der UPFA hatten die "Befreitungstiger von Tamil Eelam" (LTTE) mit einer Wiederaufnahme des bewaffneten Kampfes gedroht, sollte sich das "Recht auf tamilische Selbstbestimmung" nicht politisch durchsetzen lassen.
Rajapakse gilt als gemäßigter Politiker, der die Friedensverhandlungen mit der LTTE unterstützt. "Ich habe immer gesagt, dass wir Indien stärker in den Prozess einbeziehen sollten", sagte Rajapakse. "Es ist unser größter Nachbar." Die norwegische Vermittlung bei den Friedensverhandlungen solle deshalb aber nicht aufhören, betonte der Rechtsanwalt und ehemalige Arbeits- und Fischereiminister.
Rajapakse ist ein Menschenrechtsaktivist und Rechtsanwalt aus dem Süden des Inselstaats. Er sitzt seit 1970 im Parlament und gilt als Architekt zahlreicher Wahlsiege seiner Partei. Im Streit um die Besetzung des Amts setzte sich Rajapakse gegen Lakshman Kadirgamar durch. Der 71-jährige Kadirgamar war von der marxistischen JVP unterstützt worden, die Teil der UPFA ist und dem Friedensprozess mit den Tamilen-Rebellen der LTTE-kritisch gegenübersteht.
Koalitionsverhandlungen fortgesetzt
Die UPFA konnte bei den Wahlen 105 Sitze und damit 8 weniger erobern, als für die absolute Mehrheit nötig. Die UNF kam nur auf 82 Sitze. Weiterhin liefen am Dienstag Verhandlungen zur Bildung einer Koalition. Sollten die Gespräche erfolglos bleiben, will die UPFA eine Minderheitsregierung bilden. Das neue Parlament in Colombo kommt erstmals am 22. April zusammen.
quelle - derstandard.dt - 7.4.2004
Colombo - Der frühere Oppositionsführer Mahinda Rajapakse ist neuer Ministerpräsident Sri Lankas. Zwei Tage nach dem Wahlsieg der Vereinten Volksfreiheitsallianz (UPFA) von Präsidentin Chandrika Kumaratunga wurde der 58-Jährige am Dienstag vereidigt. Rajapakse löst Ranil Wickramasighe als Ministerpräsident ab, dessen Vereinte Nationale Front (UNF) bei den Parlamentswahlen eine herbe Niederlage einstecken musste. Wegen anhaltender Koalitionsverhandlungen wurde Rajapakses Kabinett anders als geplant zunächst nicht vorgestellt.
Geringere Lebenserhaltungskosten
Nach der feierlichen Vereidigung sagte Rajapakse, er werde als erstes die Lebenshaltungskosten senken. "Wir werden auch der Fortsetzung des Friedensprozesses mit der LTTE Priorität geben", betonte er. Nach dem Wahlsieg der UPFA hatten die "Befreitungstiger von Tamil Eelam" (LTTE) mit einer Wiederaufnahme des bewaffneten Kampfes gedroht, sollte sich das "Recht auf tamilische Selbstbestimmung" nicht politisch durchsetzen lassen.
Rajapakse gilt als gemäßigter Politiker, der die Friedensverhandlungen mit der LTTE unterstützt. "Ich habe immer gesagt, dass wir Indien stärker in den Prozess einbeziehen sollten", sagte Rajapakse. "Es ist unser größter Nachbar." Die norwegische Vermittlung bei den Friedensverhandlungen solle deshalb aber nicht aufhören, betonte der Rechtsanwalt und ehemalige Arbeits- und Fischereiminister.
Rajapakse ist ein Menschenrechtsaktivist und Rechtsanwalt aus dem Süden des Inselstaats. Er sitzt seit 1970 im Parlament und gilt als Architekt zahlreicher Wahlsiege seiner Partei. Im Streit um die Besetzung des Amts setzte sich Rajapakse gegen Lakshman Kadirgamar durch. Der 71-jährige Kadirgamar war von der marxistischen JVP unterstützt worden, die Teil der UPFA ist und dem Friedensprozess mit den Tamilen-Rebellen der LTTE-kritisch gegenübersteht.
Koalitionsverhandlungen fortgesetzt
Die UPFA konnte bei den Wahlen 105 Sitze und damit 8 weniger erobern, als für die absolute Mehrheit nötig. Die UNF kam nur auf 82 Sitze. Weiterhin liefen am Dienstag Verhandlungen zur Bildung einer Koalition. Sollten die Gespräche erfolglos bleiben, will die UPFA eine Minderheitsregierung bilden. Das neue Parlament in Colombo kommt erstmals am 22. April zusammen.
quelle - derstandard.dt - 7.4.2004
08 April 2004
5000 Tamilen demonstrieren in Genf nach Wahlen
Genf. SDA/BaZ. Nach den Parlamentswahlen vom Wochenende in Sri Lanka befürchtet die Internationale Föderation der Tamilen, dass die Friedensverhandlungen weiterhin blockiert bleiben. Sie rief die internationale Gemeinschaft auf, sich für die Rechte der Tamilen einzusetzen.
5000 Personen nahmen am Montag an einer Kundgebung vor dem UNO-Sitz in Genf teil, um ihre Forderungen gegenüber der derzeit in Genf tagenden UNO-Menschenrechtskommission zu unterstreichen. Auf Plakaten verlangten sie das Selbstbestimmungsrecht für die Tamilen.
«Wir appellieren an die internationale Staatengemeinschaft, Druck auf die Regierung Sri Lankas auszuüben, damit eine friedliche Lösung möglich wird», sagte der katholische Priester Joseph Emmanuel von der Föderation vor den Medien. Das neu zusammengesetzte Parlament werde mehr als zuvor durch ethnische und religiöse Gegensätze geprägt sein.
Die Volksfreiheitsallianz (UPFA) von Präsidentin Chandrika Kumaratunga habe die absolute Mehrheit nicht erreicht und sei auf Gruppierungen wie die NHP-Partei der buddistischen Mönche sowie die nationalistische JVP angewiesen, die Zugeständnisse an die Tamilen Tiger von Tamil Eelam (LTTE) ablehnen.
Recht auf Selbstbestimmung
Emmanuel betonte, die drittstärskte Partei sei mit 22 von 225 Sitzen die Tamil National Alliance (TNA). 90 Prozent der Tamilen hätten bei den Wahlen die TNA stellvertretend für die LTTE gewählt. Damit seien die Tamilen unter der Führung der LTTE geeint. Und sie forderten weiterhin das Recht auf Selbstbestimmung, sagte er.
Visavalingam Rudrakumar, LTTE-Vertreter aus den USA, sagte, sie verlangten die Einsetzung einer Übergangsregierung, wie die LTTE in einem Vorschlag festlegte, der unter Vermittlung Norwegens erarbeitet und im vergangenen Oktober vorgelegt worden war.
Auf dieser Grundlage sollen die Friedensverhandlungen fortgesetzt werden, sagte er. Der Vorschlag sieht eine weitgehende Autonomie für die Tamilen im Norden und Osten der Insel vor.
Unter norwegischer Vermittlung hatte die Regierung des abtretenden Ministerpräsidenten Ranil Wickremesinghe vor gut zwei Jahren einen Waffenstillstand mit der LTTE vereinbart, die bis dahin für einen eigenen Staat der tamilischen Minderheit gekämpft hatten.
Quelle - Basler Zeitung - 5.4.04
5000 Personen nahmen am Montag an einer Kundgebung vor dem UNO-Sitz in Genf teil, um ihre Forderungen gegenüber der derzeit in Genf tagenden UNO-Menschenrechtskommission zu unterstreichen. Auf Plakaten verlangten sie das Selbstbestimmungsrecht für die Tamilen.
«Wir appellieren an die internationale Staatengemeinschaft, Druck auf die Regierung Sri Lankas auszuüben, damit eine friedliche Lösung möglich wird», sagte der katholische Priester Joseph Emmanuel von der Föderation vor den Medien. Das neu zusammengesetzte Parlament werde mehr als zuvor durch ethnische und religiöse Gegensätze geprägt sein.
Die Volksfreiheitsallianz (UPFA) von Präsidentin Chandrika Kumaratunga habe die absolute Mehrheit nicht erreicht und sei auf Gruppierungen wie die NHP-Partei der buddistischen Mönche sowie die nationalistische JVP angewiesen, die Zugeständnisse an die Tamilen Tiger von Tamil Eelam (LTTE) ablehnen.
Recht auf Selbstbestimmung
Emmanuel betonte, die drittstärskte Partei sei mit 22 von 225 Sitzen die Tamil National Alliance (TNA). 90 Prozent der Tamilen hätten bei den Wahlen die TNA stellvertretend für die LTTE gewählt. Damit seien die Tamilen unter der Führung der LTTE geeint. Und sie forderten weiterhin das Recht auf Selbstbestimmung, sagte er.
Visavalingam Rudrakumar, LTTE-Vertreter aus den USA, sagte, sie verlangten die Einsetzung einer Übergangsregierung, wie die LTTE in einem Vorschlag festlegte, der unter Vermittlung Norwegens erarbeitet und im vergangenen Oktober vorgelegt worden war.
Auf dieser Grundlage sollen die Friedensverhandlungen fortgesetzt werden, sagte er. Der Vorschlag sieht eine weitgehende Autonomie für die Tamilen im Norden und Osten der Insel vor.
Unter norwegischer Vermittlung hatte die Regierung des abtretenden Ministerpräsidenten Ranil Wickremesinghe vor gut zwei Jahren einen Waffenstillstand mit der LTTE vereinbart, die bis dahin für einen eigenen Staat der tamilischen Minderheit gekämpft hatten.
Quelle - Basler Zeitung - 5.4.04
06 April 2004
Machtwechsel in Sri Lanka
Bei den vorgezogenen Parlamentswahlen in Sri Lanka hat die Partei von Präsidentin Chandrika Kumaratunga überraschend klar gewonnen. Die linksgerichtete Vereinte Volksfreiheitsallianz (UPFA) errang laut dem von der staatlichen Wahlkommission verkündeten offiziellen Endergebnis 105 der 225 Sitze im Parlament für sich. Damit verfehlte sie allerdings die absolute Mehrheit von 113 Sitzen.
Präsidentin-Konkurrent auf Platz zwei
Auf Platz zwei kam das Bündnis von Kumaratungas Rivalen, Ministerpräsident Ranil Wickramasinghe: die Vereinte Nationale Front (UNF). Sie erreichte nach 82 Sitze und verlor damit deutlich. Derzeit hat sie 114 Sitze im Parlament. Die UNF hofft auf die Unterstützung der tamilischen Nationalallianz TNA. Sie wurde mit 22 Sitzen drittstärkste Kraft und wird ihrerseits von den Rebellen der "Befreitungstiger von Tamil Eelam" (LTTE) gefördert.
Die "Befreiungstiger" hatten 20 Jahre lang um einen eigenen Staat für die tamilische Minderheit gekämpft und nun größtmögliche Autonomie gefordert. Kumaratunga tritt für einen härteren Kurs gegenüber den Rebellen ein, hat allerdings auch ihren Willen zur Wiederaufnahme der Friedensgespräche betont.
Noch vor der Bekanntgabe der Endergebnisse begannen Verhandlungen über mögliche Koalitionen. UPFA erwägt eine Zusammenarbeit unter anderem mit der Partei buddhistischer Mönche, die mit neun Sitzen überraschend auf dem vierten Platz landete. Sie steht dem Friedensprozess mit den Rebellen der "Befreiungstiger von Tamil Eelam" (LTTE) kritisch gegenüber.
Wegen Unregelmäßigkeiten in zwei Wahlregionen war die Bekanntgabe des offiziellen Wahlergebnisses verschoben worden. Die Wahlkommission befand jedoch nach einer Prüfung, dass die Wahl nicht wiederholt werden muss.
Unklarheit über Besetzung des Regierungschef-Postens
Noch ist unklar, wer Wickramasinghe als Regierungschef ablösen könnte. Kumaratunga selber bleibt zunächst Präsidentin. Einen Spitzenkandidaten hatte ihr Bündnis nicht aufgestellt. Zwischen Kumaratunga und Wickramasinghe schwelt seit Jahren ein Machtkampf.
Quelle: tagesschau.de - 3.4.2004
Präsidentin-Konkurrent auf Platz zwei
Auf Platz zwei kam das Bündnis von Kumaratungas Rivalen, Ministerpräsident Ranil Wickramasinghe: die Vereinte Nationale Front (UNF). Sie erreichte nach 82 Sitze und verlor damit deutlich. Derzeit hat sie 114 Sitze im Parlament. Die UNF hofft auf die Unterstützung der tamilischen Nationalallianz TNA. Sie wurde mit 22 Sitzen drittstärkste Kraft und wird ihrerseits von den Rebellen der "Befreitungstiger von Tamil Eelam" (LTTE) gefördert.
Die "Befreiungstiger" hatten 20 Jahre lang um einen eigenen Staat für die tamilische Minderheit gekämpft und nun größtmögliche Autonomie gefordert. Kumaratunga tritt für einen härteren Kurs gegenüber den Rebellen ein, hat allerdings auch ihren Willen zur Wiederaufnahme der Friedensgespräche betont.
Noch vor der Bekanntgabe der Endergebnisse begannen Verhandlungen über mögliche Koalitionen. UPFA erwägt eine Zusammenarbeit unter anderem mit der Partei buddhistischer Mönche, die mit neun Sitzen überraschend auf dem vierten Platz landete. Sie steht dem Friedensprozess mit den Rebellen der "Befreiungstiger von Tamil Eelam" (LTTE) kritisch gegenüber.
Wegen Unregelmäßigkeiten in zwei Wahlregionen war die Bekanntgabe des offiziellen Wahlergebnisses verschoben worden. Die Wahlkommission befand jedoch nach einer Prüfung, dass die Wahl nicht wiederholt werden muss.
Unklarheit über Besetzung des Regierungschef-Postens
Noch ist unklar, wer Wickramasinghe als Regierungschef ablösen könnte. Kumaratunga selber bleibt zunächst Präsidentin. Einen Spitzenkandidaten hatte ihr Bündnis nicht aufgestellt. Zwischen Kumaratunga und Wickramasinghe schwelt seit Jahren ein Machtkampf.
Quelle: tagesschau.de - 3.4.2004
Das gefährliche Spiel mit dem Frieden
Sri Lanka wählt heute ein neues Parlament
Willi Germund
COLOMBO, 1. April. Der Assistent von Kommandeur Karuna, irgendwo im Busch rund um Sri Lankas Stadt Batticaloa unterwegs, entschuldigt sich am Mobiltelefon: "Es tut uns Leid, aber die Lage muss sich erst wieder stabilisieren. Vielleicht ist nach den Wahlen ein Besuch bei uns möglich." Fünf Monate nach Beginn der Staatskrise in Sri Lanka wählen die Bewohner des südasiatischen Inselstaates an diesem Freitag ein neues Parlament.
Oberst Karuna, bis zum 3. März als Chef der "Landstreitkräfte" der Tamilenbewegung LTTE einer der mächtigsten Männer der Rebellen, fürchtet seine ehemaligen Mitstreiter und ist untergetaucht. LTTE-Chef Prabhakaran, der seit 1983 alle Widersacher ruchlos beseitigte, hat am Freitag den Befehl ausgegeben, Karuna auszuschalten, weil er sich samt einiger Tausend Kämpfer von der LTTE trennte.
Sri Lankas Streitkräfte glauben, bereits erste Pläne der LTTE-Führung, den abtrünnigen Kommandeur zu beseitigen, durchkreuzt zu haben. Sie wollen eine Gruppe von rund 100 Mitgliedern der LTTE-Kompanie Anthony abgefangen haben, die vom Norden Richtung Batticaloa unterwegs waren.
"Die sind genau wie wir", wundert sich in Sri Lankas Hauptstadt Colombo ein singhalesischer Beobachter. Historisch scheiterten alle Versuche, die rund drei Millionen hinduistischen Tamilen und etwa 18 Millionen buddhistischen Singhalesen auszusöhnen, am politischen Streit in der Elite der Bevölkerungsmehrheit. Nun verschärft der tamilische Bruderzwist zwischen LTTE-Chef Prabhakaran und seinem abtrünnigen Kommandeur Karuna die Krise auf der Tropeninsel.
Staatspräsidentin Chandrika Kumaratunga entmachtete im November die Regierung ihres politischen Widersachers Premierminister Ranil Wickramasinghe und löste das Parlament auf. Am heutigen Freitag sollen Sri Lankas Wähler nun für Klärung beim Machtkampf zwischen Premierminister und Präsidentin sorgen. Doch das Ergebnis wird wahrscheinlich anders ausfallen: Weder die Präsidentin noch der Premierminister dürften als Sieger aus den Wahlen hervorgehen, sondern ultranationalistische singhalesische Parteien, die den Frieden mit der LTTE ablehnen sowie die TNA, eine von der LTTE abhängige Tamilenpartei.
Meinungsumfragen suggerieren freilich, dass viele Singhalesen gut zwei Jahre nach Beginn der Feuerpause bereits den blutigen Bürgerkrieg mit seinen 66 000 Toten vergessen haben - und die Verzweiflung, mit der sie versuchten, ihre Kinder vor dem Wehrdienst zu retten. Stattdessen empört sich vor allem die Landbevölkerung über die Verteuerung der Lebenshaltungskosten. "Ranil Wickramasinghe und seine Leute haben sich in den Büros in der Hauptstadt vergraben und der Landbevölkerung die Friedensdividende vorenthalten", beschreibt Perera die Gründe für den wahrscheinlichen Niedergang des Premierministers.
Kumaratungas Freiheitsallianz (UPFA) hofft deshalb auf einen Sieg. Doch ihre Hoffnung auf eine Mehrheit steht und fällt mit dem Abschneiden der ehemaligen kommunistischen Guerillabewegung JVP im Süden des Landes.
Und dann gibt es noch die neue Partei Hela Urumaya. Es ist die Partei der Bikkhus, wie die nationalistischen buddhistischen Mönche in Sri Lanka genannt werden. Sie wollen einen Kirchenstaat, "um Korruption und Misswirtschaft" auszurotten. Wie die Praxis aussieht, ist im Stadtteil Kattherama von Colombo zu sehen. Dort hat der Bikkhu von Kattherama eine kleine Moschee niederbrennen lassen, weil die Moslems des Stadtviertels mit Behördengenehmigung ein zusätzliches Stockwerk bauen wollten, in dem Kinder unterrichtet werden sollten.
- Willi Germund -
Quelle - Berlin Online - 2.4.2004
Willi Germund
COLOMBO, 1. April. Der Assistent von Kommandeur Karuna, irgendwo im Busch rund um Sri Lankas Stadt Batticaloa unterwegs, entschuldigt sich am Mobiltelefon: "Es tut uns Leid, aber die Lage muss sich erst wieder stabilisieren. Vielleicht ist nach den Wahlen ein Besuch bei uns möglich." Fünf Monate nach Beginn der Staatskrise in Sri Lanka wählen die Bewohner des südasiatischen Inselstaates an diesem Freitag ein neues Parlament.
Oberst Karuna, bis zum 3. März als Chef der "Landstreitkräfte" der Tamilenbewegung LTTE einer der mächtigsten Männer der Rebellen, fürchtet seine ehemaligen Mitstreiter und ist untergetaucht. LTTE-Chef Prabhakaran, der seit 1983 alle Widersacher ruchlos beseitigte, hat am Freitag den Befehl ausgegeben, Karuna auszuschalten, weil er sich samt einiger Tausend Kämpfer von der LTTE trennte.
Sri Lankas Streitkräfte glauben, bereits erste Pläne der LTTE-Führung, den abtrünnigen Kommandeur zu beseitigen, durchkreuzt zu haben. Sie wollen eine Gruppe von rund 100 Mitgliedern der LTTE-Kompanie Anthony abgefangen haben, die vom Norden Richtung Batticaloa unterwegs waren.
"Die sind genau wie wir", wundert sich in Sri Lankas Hauptstadt Colombo ein singhalesischer Beobachter. Historisch scheiterten alle Versuche, die rund drei Millionen hinduistischen Tamilen und etwa 18 Millionen buddhistischen Singhalesen auszusöhnen, am politischen Streit in der Elite der Bevölkerungsmehrheit. Nun verschärft der tamilische Bruderzwist zwischen LTTE-Chef Prabhakaran und seinem abtrünnigen Kommandeur Karuna die Krise auf der Tropeninsel.
Staatspräsidentin Chandrika Kumaratunga entmachtete im November die Regierung ihres politischen Widersachers Premierminister Ranil Wickramasinghe und löste das Parlament auf. Am heutigen Freitag sollen Sri Lankas Wähler nun für Klärung beim Machtkampf zwischen Premierminister und Präsidentin sorgen. Doch das Ergebnis wird wahrscheinlich anders ausfallen: Weder die Präsidentin noch der Premierminister dürften als Sieger aus den Wahlen hervorgehen, sondern ultranationalistische singhalesische Parteien, die den Frieden mit der LTTE ablehnen sowie die TNA, eine von der LTTE abhängige Tamilenpartei.
Meinungsumfragen suggerieren freilich, dass viele Singhalesen gut zwei Jahre nach Beginn der Feuerpause bereits den blutigen Bürgerkrieg mit seinen 66 000 Toten vergessen haben - und die Verzweiflung, mit der sie versuchten, ihre Kinder vor dem Wehrdienst zu retten. Stattdessen empört sich vor allem die Landbevölkerung über die Verteuerung der Lebenshaltungskosten. "Ranil Wickramasinghe und seine Leute haben sich in den Büros in der Hauptstadt vergraben und der Landbevölkerung die Friedensdividende vorenthalten", beschreibt Perera die Gründe für den wahrscheinlichen Niedergang des Premierministers.
Kumaratungas Freiheitsallianz (UPFA) hofft deshalb auf einen Sieg. Doch ihre Hoffnung auf eine Mehrheit steht und fällt mit dem Abschneiden der ehemaligen kommunistischen Guerillabewegung JVP im Süden des Landes.
Und dann gibt es noch die neue Partei Hela Urumaya. Es ist die Partei der Bikkhus, wie die nationalistischen buddhistischen Mönche in Sri Lanka genannt werden. Sie wollen einen Kirchenstaat, "um Korruption und Misswirtschaft" auszurotten. Wie die Praxis aussieht, ist im Stadtteil Kattherama von Colombo zu sehen. Dort hat der Bikkhu von Kattherama eine kleine Moschee niederbrennen lassen, weil die Moslems des Stadtviertels mit Behördengenehmigung ein zusätzliches Stockwerk bauen wollten, in dem Kinder unterrichtet werden sollten.
- Willi Germund -
Quelle - Berlin Online - 2.4.2004
Wahlausgang im November ist offen
Krieg im Ferienparadies ist noch nicht vorbei - Angst vor neuem Blutvergießen
VON Can Merey, 30.03.04, 09:55h
Neu Delhi/Colombo/dpa. Der Krieg im Ferienparadies ist noch nicht vorbei, die Ruhe in Sri Lanka könnte trügerisch sein. Am Freitag wählen die Bewohner des südasiatischen Inselstaates ein neues Parlament. Der als offen geltende Wahlausgang dürfte entscheidenden Einfluss auf den seit Monaten unterbrochenen Friedensprozess zwischen der Regierung und den Tamilen-Rebellen der LTTE haben. Doch die «Befreiungstiger von Tamil Eelam» (LTTE) sind inzwischen ebenso gespalten wie die Führung Sri Lankas. Die Angst ist groß, dass die Gewalt wieder aufflammen könnte - die in dem 20-jährigen Konflikt fast 70 000 Menschen das Leben kostete.
Die Wahl soll ein Ende der seit November schwelenden Staatskrise herbeiführen, die den Friedensprozess jäh unterbrach. Während einer USA-Reise von Ministerpräsident Ranil Wickramasinghe hatte dessen Erzrivalin, Präsidentin Chandrika Kumaratunga, die Kontrolle über drei Schlüsselministerien übernommen. Im Februar löste sie das Parlament auf und ordnete die jetzt um vier Jahre vorgezogenen Neuwahlen an. Die LTTE, die einst für einen eigenen Staat der tamilischen Minderheit kämpfte und nun weitgehende Autonomie fordert, nannte das einen schweren Rückschlag für den Friedensprozess.
Doch die «Tiger» sprechen inzwischen kaum mehr mit einer Stimme. Ein bis Anfang März loyaler Rebellen-Kommandeur im Osten der Insel, der sich Karuna nennt, brach offen mit der LTTE-Führung und fordert separate Verhandlungen. Erfolg ist ihm bislang nicht beschieden, doch Karuna steckt nicht zurück. In Gesprächen mit internationalen Medien warnt er, LTTE-Chef Velupillai Prabhakaran wolle ihn ermorden lassen - Prabhakaran ist dafür bekannt, mit Gegnern kurzen Prozess zu machen. Neues Blutvergießen dürfte die Folge sein.
Die Präsidentin fordert einen härteren Kurs gegen die «Befreiungstiger» als ihn Wickramasinghe verfolgte. Beide bekräftigen allerdings in ähnlichen Worten ihren Friedenswillen. «Bald nach unserer Wiederwahl im April werden wir die Friedensgespräche wieder aufnehmen», sagt der Noch-Ministerpräsident. «Wir werden am Waffenstillstand festhalten und Gespräche mit der LTTE aufnehmen», sagt Kumaratunga. Ihre Zwölf-Parteien-Allianz nennt dafür allerdings «vernünftige Bedingungen» als Voraussetzung.
Wickramasinghe wurde dafür gefeiert, dass er nach seiner Wahl im Dezember 2001 Friedensgespräche mit der LTTE begann und die Rebellen dazu brachte, einem - wenn auch brüchigen - Waffenstillstand zuzustimmen. Sri Lanka, das zeitweise fast ein Viertel seines Haushalts für das Militär ausgab, konnte aufatmen. Dem Regierungschef gelang es, der internationalen Gemeinschaft Hilfszusagen von 4,5 Milliarden US-Dollar abzuringen. Kumaratunga, die bei einem LTTE- Anschlag 1994 ein Auge verlor, warf ihrem Widersacher allerdings vor, die Rebellen zu stärken.
Vor der Wahl holte die gewalterprobte Präsidentin, bei politischen Partnern nicht zimperlich, erklärte Gegner des Friedensprozesses mit ins Boot. Die Janatha Vimukthi Peramuna (JVP) ist Teil ihrer Wahlallianz, obwohl Anhänger der marxistischen Partei 1988 Kumaratungas Ehemann ermordet haben sollen. Ob Kumaratunga das hilft, wird sich am Freitag zeigen. Weder ihrer Vereinten Volksfreiheitsallianz noch Wickramasinghes Vereinter Nationalen Front wird eine absolute Mehrheit vorhergesagt. Echter Frieden in Sri Lanka dürfte - wenn überhaupt - in weiter Ferne liegen.
VON Can Merey, 30.03.04, 09:55h
Quelle - Mitteldeutsche Zeitung
VON Can Merey, 30.03.04, 09:55h
Neu Delhi/Colombo/dpa. Der Krieg im Ferienparadies ist noch nicht vorbei, die Ruhe in Sri Lanka könnte trügerisch sein. Am Freitag wählen die Bewohner des südasiatischen Inselstaates ein neues Parlament. Der als offen geltende Wahlausgang dürfte entscheidenden Einfluss auf den seit Monaten unterbrochenen Friedensprozess zwischen der Regierung und den Tamilen-Rebellen der LTTE haben. Doch die «Befreiungstiger von Tamil Eelam» (LTTE) sind inzwischen ebenso gespalten wie die Führung Sri Lankas. Die Angst ist groß, dass die Gewalt wieder aufflammen könnte - die in dem 20-jährigen Konflikt fast 70 000 Menschen das Leben kostete.
Die Wahl soll ein Ende der seit November schwelenden Staatskrise herbeiführen, die den Friedensprozess jäh unterbrach. Während einer USA-Reise von Ministerpräsident Ranil Wickramasinghe hatte dessen Erzrivalin, Präsidentin Chandrika Kumaratunga, die Kontrolle über drei Schlüsselministerien übernommen. Im Februar löste sie das Parlament auf und ordnete die jetzt um vier Jahre vorgezogenen Neuwahlen an. Die LTTE, die einst für einen eigenen Staat der tamilischen Minderheit kämpfte und nun weitgehende Autonomie fordert, nannte das einen schweren Rückschlag für den Friedensprozess.
Doch die «Tiger» sprechen inzwischen kaum mehr mit einer Stimme. Ein bis Anfang März loyaler Rebellen-Kommandeur im Osten der Insel, der sich Karuna nennt, brach offen mit der LTTE-Führung und fordert separate Verhandlungen. Erfolg ist ihm bislang nicht beschieden, doch Karuna steckt nicht zurück. In Gesprächen mit internationalen Medien warnt er, LTTE-Chef Velupillai Prabhakaran wolle ihn ermorden lassen - Prabhakaran ist dafür bekannt, mit Gegnern kurzen Prozess zu machen. Neues Blutvergießen dürfte die Folge sein.
Die Präsidentin fordert einen härteren Kurs gegen die «Befreiungstiger» als ihn Wickramasinghe verfolgte. Beide bekräftigen allerdings in ähnlichen Worten ihren Friedenswillen. «Bald nach unserer Wiederwahl im April werden wir die Friedensgespräche wieder aufnehmen», sagt der Noch-Ministerpräsident. «Wir werden am Waffenstillstand festhalten und Gespräche mit der LTTE aufnehmen», sagt Kumaratunga. Ihre Zwölf-Parteien-Allianz nennt dafür allerdings «vernünftige Bedingungen» als Voraussetzung.
Wickramasinghe wurde dafür gefeiert, dass er nach seiner Wahl im Dezember 2001 Friedensgespräche mit der LTTE begann und die Rebellen dazu brachte, einem - wenn auch brüchigen - Waffenstillstand zuzustimmen. Sri Lanka, das zeitweise fast ein Viertel seines Haushalts für das Militär ausgab, konnte aufatmen. Dem Regierungschef gelang es, der internationalen Gemeinschaft Hilfszusagen von 4,5 Milliarden US-Dollar abzuringen. Kumaratunga, die bei einem LTTE- Anschlag 1994 ein Auge verlor, warf ihrem Widersacher allerdings vor, die Rebellen zu stärken.
Vor der Wahl holte die gewalterprobte Präsidentin, bei politischen Partnern nicht zimperlich, erklärte Gegner des Friedensprozesses mit ins Boot. Die Janatha Vimukthi Peramuna (JVP) ist Teil ihrer Wahlallianz, obwohl Anhänger der marxistischen Partei 1988 Kumaratungas Ehemann ermordet haben sollen. Ob Kumaratunga das hilft, wird sich am Freitag zeigen. Weder ihrer Vereinten Volksfreiheitsallianz noch Wickramasinghes Vereinter Nationalen Front wird eine absolute Mehrheit vorhergesagt. Echter Frieden in Sri Lanka dürfte - wenn überhaupt - in weiter Ferne liegen.
VON Can Merey, 30.03.04, 09:55h
Quelle - Mitteldeutsche Zeitung
Wahl von Mord an tamilischem Kandidaten überschattet
Sri Lanka: Wahl von Mord an tamilischem Kandidaten überschattet
Machtkampf zwischen Präsidentin und Ministerpräsident
- Zwei Polizisten pro Wahlurne - mit Inforgrafik
Colombo - In Sri Lanka herrscht vor der Parlamentswahl am Freitag eine gespannte Atmosphäre. Soldaten patrouillierten am Mittwoch durch die Straßen von Batticaloa, in denen am Vortag ein Kandidat der Tamilischen Nationalen Allianz ermordet worden war. Das Opfer war ein Anhänger des abtrünnigen Rebellen-Kommandanten Vinayagamoorthy Muralitharan. Den tamilischen Parteien könnte eine entscheidende Rolle bei der Regierungsbildung zukommen, wenn wie erwartet keiner der großen politischen Blöcke bei der Wahl eine Mehrheit erzielt.
Drei Jahrzehnte Bürgerkrieg
Dem Inselstaat im Indischen Ozean, in dem mehr als drei Jahrzehnte lang ein blutiger Bürgerkrieg tobte, droht anlässlich des Urnengangs möglicherweise eine neue Eskalation der Gewalt. Zur angespannten Lage tragen nicht zuletzt die Umstände bei, unter denen die Wahl überhaupt notwendig wurde: Im erbitterten Machtkampf mit Ministerpräsident Ranil Wickremesinghe löste Präsidentin Chandrika Kumaratunga Anfang Februar das Parlament auf - fast vier Jahre vor Ablauf der Legislaturperiode. Bereits im November hatte sie drei Minister ihrer Aufgaben entbunden.
Kern des Konflikts ist der stockende Friedensprozess zwischen der Regierung und den tamilischen Rebellen. Erstmals stellen sich im Feld der 6024 Kandidaten auch Bewerber zur Wahl, die den Rebellenverbänden der Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) nahestehen. Sie könnten im knappen Rennen zwischen Kumaratungas linksgerichteter Freiheitsallianz (FA) und Wickremesinghes konservativer Vereinigter Nationalpartei (UNP) das Zünglein an der Waage sein, wenn die knapp 12,9 Millionen Wahlberechtigten zur Stimmabgabe aufgerufen sind. Beobachter halten es für möglich, dass Tamilen 15 bis 18 Mandate im 225-Sitze-Parlament erreichen könnten.
Autonomes tamilisches Gebiet
Die LTTE kämpft für ein politisch autonomes tamilisches Gebiet im Nordosten der Insel. In der Praxis ist das Gebiet im nördlichen Drittel des Landes bereits weitgehend unabhängig: Tamilische Polizisten tragen eigene Uniformen, es gilt eine sogar eigene Zeitzone - die Uhren ticken dort dem Rest der Insel eine halbe Stunde hinterher.
Die Tamilische Nationale Allianz steckt jedoch seit der Spaltung der Rebellenbewegung Anfang März in der Krise. Mehrere ihrer Kandidaten in Batticaloa beklagten, sie seien aufgefordert worden, Muralitharan nicht zu unterstützen, und hätten Morddrohungen erhalten. Wenige Tage vor dem Attentat hatten die tamilischen Rebellen angedeutet, Muralitharan zu töten.
"Tiger müssen Probleme lösen
Wickremesinghes Vereinte Nationale Front setzte schon im vergangenen Wahlkampf auf Friedensverhandlungen mit den Rebellen und errang im Dezember 2001 die Mehrheit im Parlament. Der Regierungschef unterzeichnete im Februar 2002 unter der Vermittlung Norwegens einen Waffenstillstand mit den LTTE. Doch die Friedensverhandlungen scheiterten. Kaum jemand rechnet damit, dass nach der Wahl entscheidende Schritte zur Einigung zwischen Staat und Rebellen erzielt werden. "Zunächst müssen die Tiger ihre Probleme untereinander lösen", gibt ein norwegischer Diplomat zu bedenken.
"Die Tiger rechnen sich mit der Wahl Vorteile aus und rufen zum ersten Mal nicht zum Boykott auf", sagt der Wahlbeobachter und Friedensaktivist Jehan Perera. Perera ist einer von über 25.000 srilankischen Wahlbeobachtern, die von 300 internationalen Beobachtern verstärkt werden, unter ihnen eine Delegation der EU. Hinzu kommen rund 64.000 Sicherheitskräfte. An jeder der mehr als 10.400 Wahlurnen im ganzen Land werden zwei Polizisten wachen. Bereits im Vorfeld der Wahl verzeichneten private Beobachter fünf Morde - allerdings ein Vielfaches weniger als in früheren Wahlkämpfen.
Quelle - http://derstandard.at - 29.3.2004
Machtkampf zwischen Präsidentin und Ministerpräsident
- Zwei Polizisten pro Wahlurne - mit Inforgrafik
Colombo - In Sri Lanka herrscht vor der Parlamentswahl am Freitag eine gespannte Atmosphäre. Soldaten patrouillierten am Mittwoch durch die Straßen von Batticaloa, in denen am Vortag ein Kandidat der Tamilischen Nationalen Allianz ermordet worden war. Das Opfer war ein Anhänger des abtrünnigen Rebellen-Kommandanten Vinayagamoorthy Muralitharan. Den tamilischen Parteien könnte eine entscheidende Rolle bei der Regierungsbildung zukommen, wenn wie erwartet keiner der großen politischen Blöcke bei der Wahl eine Mehrheit erzielt.
Drei Jahrzehnte Bürgerkrieg
Dem Inselstaat im Indischen Ozean, in dem mehr als drei Jahrzehnte lang ein blutiger Bürgerkrieg tobte, droht anlässlich des Urnengangs möglicherweise eine neue Eskalation der Gewalt. Zur angespannten Lage tragen nicht zuletzt die Umstände bei, unter denen die Wahl überhaupt notwendig wurde: Im erbitterten Machtkampf mit Ministerpräsident Ranil Wickremesinghe löste Präsidentin Chandrika Kumaratunga Anfang Februar das Parlament auf - fast vier Jahre vor Ablauf der Legislaturperiode. Bereits im November hatte sie drei Minister ihrer Aufgaben entbunden.
Kern des Konflikts ist der stockende Friedensprozess zwischen der Regierung und den tamilischen Rebellen. Erstmals stellen sich im Feld der 6024 Kandidaten auch Bewerber zur Wahl, die den Rebellenverbänden der Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) nahestehen. Sie könnten im knappen Rennen zwischen Kumaratungas linksgerichteter Freiheitsallianz (FA) und Wickremesinghes konservativer Vereinigter Nationalpartei (UNP) das Zünglein an der Waage sein, wenn die knapp 12,9 Millionen Wahlberechtigten zur Stimmabgabe aufgerufen sind. Beobachter halten es für möglich, dass Tamilen 15 bis 18 Mandate im 225-Sitze-Parlament erreichen könnten.
Autonomes tamilisches Gebiet
Die LTTE kämpft für ein politisch autonomes tamilisches Gebiet im Nordosten der Insel. In der Praxis ist das Gebiet im nördlichen Drittel des Landes bereits weitgehend unabhängig: Tamilische Polizisten tragen eigene Uniformen, es gilt eine sogar eigene Zeitzone - die Uhren ticken dort dem Rest der Insel eine halbe Stunde hinterher.
Die Tamilische Nationale Allianz steckt jedoch seit der Spaltung der Rebellenbewegung Anfang März in der Krise. Mehrere ihrer Kandidaten in Batticaloa beklagten, sie seien aufgefordert worden, Muralitharan nicht zu unterstützen, und hätten Morddrohungen erhalten. Wenige Tage vor dem Attentat hatten die tamilischen Rebellen angedeutet, Muralitharan zu töten.
"Tiger müssen Probleme lösen
Wickremesinghes Vereinte Nationale Front setzte schon im vergangenen Wahlkampf auf Friedensverhandlungen mit den Rebellen und errang im Dezember 2001 die Mehrheit im Parlament. Der Regierungschef unterzeichnete im Februar 2002 unter der Vermittlung Norwegens einen Waffenstillstand mit den LTTE. Doch die Friedensverhandlungen scheiterten. Kaum jemand rechnet damit, dass nach der Wahl entscheidende Schritte zur Einigung zwischen Staat und Rebellen erzielt werden. "Zunächst müssen die Tiger ihre Probleme untereinander lösen", gibt ein norwegischer Diplomat zu bedenken.
"Die Tiger rechnen sich mit der Wahl Vorteile aus und rufen zum ersten Mal nicht zum Boykott auf", sagt der Wahlbeobachter und Friedensaktivist Jehan Perera. Perera ist einer von über 25.000 srilankischen Wahlbeobachtern, die von 300 internationalen Beobachtern verstärkt werden, unter ihnen eine Delegation der EU. Hinzu kommen rund 64.000 Sicherheitskräfte. An jeder der mehr als 10.400 Wahlurnen im ganzen Land werden zwei Polizisten wachen. Bereits im Vorfeld der Wahl verzeichneten private Beobachter fünf Morde - allerdings ein Vielfaches weniger als in früheren Wahlkämpfen.
Quelle - http://derstandard.at - 29.3.2004
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